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Zu Fuß durch die trockenste Wüste der Welt


» Wenn man in der Wüste reist, muss man nothwendig im Laufe des Tages von einem Wasserplatze zum anderen gelangen und kann nicht wohl unterwegs Halt machen. Es ist sehr auffallend, wie wenig Nahrung der Mensch in solchen Wüsten trotz der anstrengenden Märsche braucht. Von der brennenden Sonne und der trockenen Luft hatten wir aber fast beständig aufgesprungene Lippen, und zweimal hat sich mir die Haut von Stirn und Nase geschält. «

Rudolph Amandus Philippi (1857)

» Dieser Weg wird nicht sehr oft begangen, und nur jemand auf der Flucht oder ein Mensch ohne Hoffnung unterzieht sich freiwillig solchen Strapazen. «

Reginaldo de Lizárraga (1605)

Viele Jahrhunderte durchquerten Reisende die Wüste Atacama entlang einer Route, die erstmals von den Inka im 15. Jahrhundert erforscht und ausgebaut wurde. Bis Mitte des 18. Jahrhunderts stellte die Strecke durch die Wüste Atacama die einzige Verbindung zwischen dem heutigen Nord- und Zentralchile dar. Im Winter 1853/54 erforschte der nach Chile ausgewanderte deutsche Naturforscher Rudolph Amandus Philippi (* 1808, † 1904) im Auftrag der chilenischen Regierung die Wüste Atacama. Philippi, ein Zeitgenosse Alexander von Humboldts, gilt als einer der Väter der modernen Wissenschaften in Chile und war über 40 Jahre Leiter des naturhistorischen Museums in Santiago de Chile. Seit dem Bau der Panamericana nahe der Pazifikküste fiel die alte Route wieder in Vergessenheit.


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Ziel des Projektes war eine Solo-Durchquerung des unbewohnten Herzstückes der Wüste Atacama ohne motorisierte Unterstützung und Versorgungsdepots über eine Gesamtstrecke von 600 km. Die Strecke folgte historischen Reiseberichten, von den spanischen Chronisten im 16. Jahrhundert bis hin zu der von Rudolph Amandus Philippi 1857 beschriebenen Route. Startpunkt war die Oase San Pedro de Atacama, von wo aus schon die Inka die Erkundung und Eroberung der Atacama durchführten. Beendet wurde die Wanderung nach 24 Tagen und 600 zurückgelegten Kilometern in der Minenstadt El Salvador. Sämtliche Ausrüstung und Nahrung für drei Wochen wurde per Rucksack transportiert. Die Wasserversorgung erfolgt an historisch belegten Quellen in der Wüste, die anhand der Angaben von R.A. Philippi und mit Hilfe von GPS gefunden wurden. Die tägliche Kilometerleistung schwankte zwischen 17 und 42 km, das Gewicht des Rucksackes betrug maximal 43 kg.


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Die Strecke wurde im Vorfeld nicht erkundet, die Wanderung war daher ein Aufbruch ins Ungewisse, da nicht mit absoluter Sicherheit davon ausgegangen werden konnte, dass die historischen Quellen heutzutage noch existieren. Zu der extremen körperlichen Anstrengung auf Grund des schlechten Untergrundes, des zu tragenden Gewichtes und der Höhe bis zu 4380 m über dem Meeresspiegel kam noch die psychische Anforderung sich in einer lebensfeindlichen Umgebung fernab jeglicher menschlichen Besiedlungen zurechtzufinden und zu überleben. Als einzige Kommunikationsmöglichkeit zur Außenwelt wurde ein Satellitentelefon für Notfälle mitgeführt. Weitere wichtige Ausrüstungsgegenstände waren widerstandsfähigen Wassersäcke, Wasserfilter und ein Entsalzungshandgerät, sowie Trekkingstöcke zur Unterstützung beim Gehen.

Die erfolgreiche Durchführung des Projektes Atacama-Solo war nur möglich durch eine akribische Planung sowie eine intensive körperliche und psychische Vorbereitung. Der Erfolg des Projektes besteht aber nicht nur in der absolvierten Durchführung sondern in der Möglichkeit die Strapazen, die Reisende in den letzten Jahrhunderten entlang dieser Route zu erleiden hatten, in Bild und Wort wieder geben zu können. Im Rahmen dieses Projektes wurden zudem neue Verfahren zur retrospektiven Analyse des menschlichen Energiestoffwechsels im Deutschen Forschungszentrum für Leistungssport an der Deutschen Sporthochschule Köln erprobt.


Jahr:         März/April 2008
Distanz:    600 km
Dauer:      24 Tage
Ort:           Atacama-Wüste, Chile
Route:      San Pedro de Atacama - Peine - Llullaillaco - El Salvador




         

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