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Staffellauf über 1000 km von den Alpen nach Rom


» ... vas petitur in nubila caeloque proximae rupes cavantur, ut bibatur glacie. «
(» ... werden Gefäße in die Wolken gesandt und Felsen nächst dem Himmel ausgehöhlt, damit Eis getrunken wird. «)

Plinius der Ältere, 79. n.Chr., Naturalis Historia: 36, 3

Der römische Kaiser Nero ist als Brandstifter Roms in die Geschichte eingegangen. Doch er frönte auch eiskalten Gelüsten. Legenden zufolge schickte er Sklaven als Läufer in die eisigen Höhen der Alpen und ließ sich per Staffel Gletschereis für die Zubereitung kalter Getränke und Fruchtsorbets nach Rom bringen. Für die Staffelläufer wurde es ein Wettlauf um Leben und Tod. Schmolz das Eis auf dem Weg über die Römerstraßen quer durch Italien, so bezahlten sie dies mit dem Leben.


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Fast 2000 Jahre nach den Eis-Staffelläufen des römischen Kaisers haben sich erneut Läufer auf den Weg durch Italien begeben. Von den Gletschern des Mont-Blanc-Massivs haben sie versucht mitten im Sommer nonstop laufend einen Block Eis nach Rom zu bringen, immer entlang der alten Römerstraßen. Eine Staffel, bestehend aus neun Läufern, 1000 Kilometer entlang der alten Römerstraßen quer durch Italien. Bei jedem Wechsel haben sie das aus einem der Gletscher des Mont-Blanc-Massivs gebrochene Eis in einem Rucksack übergeben, immer im Wettlauf gegen die Zeit und das Schmelzen des Eises.


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Auf den letzten Kilometern vor den Stadtgrenzen Roms wurde die Staffel zu einem wahren Wettrennen. Nach drei durchlaufen Tagen und Nächten war nur noch ein kleiner Eiswürfel in dem Thermogefäß vorhanden, in den das Eis am Mont Blanc verpackt wurde. Die spätsommerliche Hitze in Italien und die ständige Bewegung hatten den ein Kilogramm schweren Eisblock fast komplett aufgetaut, doch bis wenige Stunden vor dem Kolosseum in Rom war noch noch ein leichtes 'klong-klong' im Rucksack zu hören. Doch nach 78 Stunden und 960 gelaufenen Kilometern, entsprechend einer Geschwindigkeit von 12,3 km/h oder einem Mittel von 4:52 min/km wird es Gewissheit: wir waren zu langsam. Im Thermogefäß befindet sich nur noch Wasser, zwar noch kalt - aber ohne Eis.


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Trotz des geschmolzenen Eisblockes war die Eisstaffel für alle Läufer ein Erfolg. Mit unglaublicher Motivation sind alle neun Läufer quer durch Italien gerannt, egal ob durch die wunderschöne Alpentäler, quer durch den italienischen Feierabenverkehr oder mitten in der Nacht in den Appenninen. Dem erreichten Schnitt von 4:52 min/km inklusive der Stopps zum Orientieren und Übergeben des Eises liegt eine effektive Laufgeschwindigkeit von knapp unter 15 km/h zu Grunde. Jeder Läufer legte in den 78 Stunden überr 100 km zurück auf Etappen zwischen fünf bis zwölf Kilometern Länge. Die Läufer waren in drei Dreier-Teams aufgeteilt und wechselten sich jede sechs Stunden ab. Obwohl das Hauptziel nicht erreicht wurde nämlich ein Stück Eis - wie klein es auch gewesen wäre - nach Rom zu bringen, haben wir gezeigt, dass es überhaupt möglich ist Eis, verpackt in einem handelsüblichen Thermogefäß, in einem Staffellauf über Hunderte von Kilometern zu transportieren, ohne dass es komplett schmilzt.


Jahr:         September 2007
Distanz:    980 km
Dauer:      78 Stunden
Ort:           Italien
Route:      Mont Blanc - Aosta-Tal - Po-Ebene - Appeninen - Toscana - Rom


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