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Ohne Geld 2500 km durch Deutschland


» Erfreulich ist [...], dass die Pfandpflicht zu einer wesentlichen Verringerung der Umweltbelastung im Einwegbereich geführt hat: [...] Die ‚Vermüllung’ der Landschaft mit leeren Dosen und Plastikflaschen ist praktisch gestoppt. «

BMU, 29.10.2008

Ohne Bargeld und Kreditkarte durch Deutschland, als Pfandsammler - ein Experiment: Am Donnerstag, den 07. Mai 2009 habe ich eine dreiwöchige Radtour durch ganz Deutschland beendet. Hinter mir lagen 2500 km durch alle Bundesländer, gelebt habe ich von Pfandflaschen und -dosen, die ich am Straßenrand aufgelesen hat, täglich umgerechnet knapp vier Euro. Ohne Bargeld, Kreditkarte und Verpflegung bin ich am 16. April in Köln gestartet, nur ausgerüstet mit Fahrrad, Werkzeug, Bekleidung, Zelt, Isomatte, Kocher und Müllsäcken für Leergut. Meine Route führte mich zuerst nach Norden und im Uhrzeigersinn durch die ganze Republik. Entlang der Landstraßen habe ich herumliegende Pfandflaschen und -dosen aufgesammelt, die ich in Supermärkten gegen Lebensmittel eingetauscht habe. Die gesamte Strecke wurde auf dem Fahrrad zurückgelegt, im Schnitt 115 km pro Tag, geschlafen wurde am Straßenrand. Der Schwerpunkt der Sammeltätigkeit lag außerhalb geschlossener Ortschaften, sprichwörtlich im Straßengraben.


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Sinn und Zweck der ‚Tour de Pfand’ war es auf die Vermüllung der Landschaft in Deutschland hinzuweisen, die man als Fahrradfahrer direkt registriert. Ziel war es zu zeigen, dass unter den Unmengen Müll am Straßenrand trotz Pfandregelung immer noch soviel Flaschen und Dosen weggeworfen werden, dass man davon (über)leben kann. Inwiefern die Pfandregelung zu einer 'Verringerung der Umweltbelastung im Einwegbereich geführt hat' (BMU), kann ich auf Grund der Tour nicht abschließend bewerten. Fakt ist, dass ich in den drei Wochen 375 Ein- und Mehrwegflaschen am Straßenrand aufgesammlt habe und davon (über)leben konnte, auch wenn es teilweise hart war.


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Abgesehen von dem Aspekt des Hinweises auf die Vermüllung waren die drei Wochen durch Deutschland eine interessante Erfahrung. Ohne Geld und Bankkarte unterwegs zu sein und nur von dem zu leben, was andere wegwerfen war am Anfang nicht einfach. In den dünnbesiedelten Regionen in Norddeutschland hatte ich teilweise weniger als einen Euro am Tag zur Verfügung. Auch war es nicht einfach in unserem wohlhabenden Land einfach mal so ohne Geld unterwegs zu sein, des Öfteren gingen meine Blicke sehnsüchtig in Richtung Immbissbuden und Eisdielen. Doch der Gewinn dieser 'Tour de Pfand' ist eindeutig die Erfahrung, dass ich auch in Deutschland meine Bedürfnisse auf das Nötigste reduzieren kann, sowie die Erfahrung, dass gerade die Menschen, die am wenigsten haben, mir geholfen haben: ein Obdachloser schenkte mir einen Euro, als ich 'pleite' vor einem Supermarkt stand - danke dafür, dass werde ich bestimmt nie vergessen.


Jahr:         April/Mai 2009
Distanz:    2500 km
Dauer:      22 Tage
Ort:           Deutschland
Route:      Köln - Bremen - Hamburg - Berlin - Gera - Kronach - Erlangen - Stuttgart                   - Worms - St. Wendel - Trier - Köln


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